Lügner

Die Malerei heute hat einen Knacks. Was ihr Renommee angeht. Einerseits ist sie ausgemachter Liebling des Kunstpublikums, andererseits ist ihr Ruf aber seltsam ramponiert – wenn irgendwo eine Großausstellung oder Kunstmesse viel Malerei zeigt, ist in den Kommentaren von „Flachware“, „Sofakunst“ oder „GBG“ zu lesen; letzteres als Kürzel für groß-bunt-dekorativ. Das Medium polarisiert eigenartig, und das erst einmal unabhängig von der dargebrachten künstlerischen Qualität. Die Neigung zur Malerei lässt sich leicht erschließen, es reicht, die negativen Vorurteile unter umgekehrten Vorzeichen zu sehen. Aber woher kommen die Vorbehalte?

Sigmar Polke, der es ja gern geheimnisvoll mochte, sprach einmal von den drei Lügen der Malerei. Um uns dann mit dem Rätsel allein zu lassen, was diese drei Lügen denn nun genau seien. Zwei Lügen immerhin lassen sich benennen. Die Kunstgeschichte kennt die Malerei als Projektionsfläche für die Wahrheit in der Kunst. Seit es Kunst im heutigen Sinn gibt, war es Künstlern daran gelegen, eine Form der übergeordneten Wahrheit ins Bild zu setzen. Waren es zuerst theologische Wahrheiten, die in den Künstlern ihre Fürsprecher fanden, wandelten sich auch mit dem Humanismus die Vorzeichen nicht gänzlich. An die Stelle theologischer Bildprogramme traten anthropologische; statt der göttlichen Wahrheit suchten Künstler nun die menschliche (royale/soziale/nationale etc.pp.) im Bild darzustellen.Die Kunst der Moderne brachte dann Bildersturm und Bilderflut gleichermaßen. Die Wahrheit in der Malerei wurde als Lüge der Illusion erkannt, stattdessen wurde die Wahrheit der Malerei gesucht. Ein Phänomen, das sich quer durch alle Temperamente, Talente und politische Überzeugungen zog. Die Malerei sollte nicht die Wahrheit von etwas wiedergeben, sondern selbst wahr sein. Ein Unternehmen, das zwangsläufig in der Aufgabe der figurativen Bilderzählung enden musste. Diese zweite Lüge der Malerei wurde aufgedeckt, als klar wurde, wie wenig die Realität der zwei Weltkriege von den ästhetischen Idealen der Avantgarde übrig gelassen hatten. Als der Rauch der Katastrophe verzog, wurde nämlich auch der ästhetische Scherbenhaufen sichtbar. Sei es, dass Künstler sich sichtbar mit totalitären Regimen gemein gemacht oder dass andere sich einer esoterischen, nicht minder totalitären Version eines ästhetischen Zeitalters verschrieben hatten: Das Projekt der Moderne war, was die bildenden Künste betraf, erstmal erledigt. Die Wahrheit der Malerei war plötzlich erkannt als Hybris.Nun gab und gibt es verschiedenen Wege, mit diesem Dilemma klar zu kommen, wenn man sich nun mal dazu entschieden hatte, zu malen. Man konnte so tun, als ob nix gewesen wäre. Die aus dieser Haltung resultierende Malereiströmung nannte Heinrich Klotz einmal treffend „zweite Moderne“. Sie gibt sich gern abstrakt und feiert auch heute noch fröhliche Urstände. Ganze Kohorten intelligenter Künstler aber wollten das Geschehene nicht ignorieren und flüchteten sich in eine Ästhetik des als-ob. Künstler von Cindy Sherman bis Martin Kippenberger wichen, wie vormals schon die Pop-Artists, der Wucht der Rationalismuskritik durch einen ironischen Ausfallschritt aus. Heute weichen junge Künstler gern in die Installation/Partizipation aus; so erreichen Sie „Welthaltigkeit“ qua Material und ohne sich selbst unbedingt im Minenfeld der modernen Ästhetik positionieren zu müssen.Die Haltung, die sich in der Malerei von Uwe Siemens äußert, ist eine andere. Siemens malt ernsthaft, ohne dem Pathos der Malerei zu verfallen. Seine Bilder speisen sich aus der Naturbeobachtung, dem Foto, der Plein-Air-Skizze, und geben diese Ursprünge mal mehr, mal weniger deutlich zu erkennen. Diese Unentschiedenheit zwischen gegenständlicher und „reiner“ Malerei hat aber nichts kokettierendes. Siemens Bilder wirken durch ihre nicht ganz auszudeutende Naturnähe eher wie eigenständige Räume. Das liegt auch an dem Umstand, dass Siemens seine Malerei nicht mit Mitteln der Zeichnung in der Schwebe hält, etwa indem er einen Gegenstand andeutet und formal „abstrahiert“. Uwe Siemens Bilder sind im Grunde reine Farbphänomene, die Landschafts-Anmutung rührt oft z.B. von einer lasierenden Technik her, in der transparente Ölfarben sattere Temparaschichten bedecken, so dass eine räumliche Wirkung entsteht, ohne dass von einer gegenständlichen Komposition überhaupt die Rede wäre. Obwohl Siemens auch im großen Format arbeitet, entstehen doch auffallend viele kleine, etwa am klassischen Portraitformat orientierte Arbeiten. Ein Gemälde im mittleren Format ist ein Gegenüber, buchstäblich auf Augenhöhe. In dieser Bescheidenheit, dem Verzicht auf ästhetische Überrumpelung liegt eine Stärke von Uwe Siemens Malerei. Eine weitere liegt in ihrer eigenständigen Antwort auf die Frage, was von Abstraktion, was von Landschaft übrig geblieben ist. Der Verzicht auf Ironie macht sie natürlich angreifbar. Aber was, wenn die Ironie der Malerei ihre dritte Lüge wäre?Dr. Stephan Strsembski /2014

Die Malerei von Uwe Siemens

überwältigt den Betrachter mit seiner Vitalität, ungezwungenen Energie und der sichtbaren Freiheit des künstlerischen Ausdrucks. Sie ist positiv, manchmal sogar heiter, aber nicht ohne Nachdenklichkeit. 

Wir haben es hier mit einer Art der Abstraktion zu tun, die in einer tiefen Verbindung mit der Naturwelt entsteht – sie ist das Ergebnis einer gewissen Empfänglichkeit für winzige Landschaftsnuancen: Farben und ihre Farbtöne sowie Einteilungen und Proportionen. 

Man kann sagen, dass der Künstler dem Bild aus der Natur eine Energie schenkt, die er seinerseits von ihr empfangen hat. Es ist eine meditative Malerei – dynamisch, vibrierend, kräftig und selbstbewusst, aber zugleich voller Demut und Intuition. Dem Zufall ist hier nicht überlassen.

Siemens malt Schichten, zuerst mit Tempera, dann mit Öl, er schafft einen farbigen Raum, der ganz tief ins Bild verläuft. Es ist ein faszinierender Raum schon aus dem Grunde, weil er dem Besucher dieser Welt die Gelegnheit gibt, seine Einbildungskraft anzuregen, zu stimulieren oder sogar zu ergänzen. 

Paweł Jagiełło / 2014

Farbe - Form - Natur

Für meine Augen ist es ein ausgesprochenes Vergnügen, sich auf einer
ebenen, und speziell auf einer rechteckigen Fläche zu erholen. [...]
Jean Dubuffet „Anmerkungen für Schöngeister“

Die Arbeiten von Uwe Siemens beschäftigen sich mit Farbe, Form und Natur.

Er bezeichnet seine Arbeiten als Portraits in Abwandlung zu Natur, Landschaft – Landschaft als Gemütszustand und Formspiel der Farbe, und ihrer Bearbeitung auf der Leinwand. Seine Themen kreisen um Raum, Fläche, Tiefe, Dimensionen der Darstellung und gehen ineinander über. 
Seine Bilder leben vom Auftrag der Farbe, der Geste des Pinsels, spielen aber mit dem Unberechenbaren in der Verselbständigung des Tuns. 

Das Ineinandergreifen des Erlebten, Gesehenen in der postindustriellen Landschaft, die sich im Aufbruch befindet, sich in den Flächen widerspiegelt, hinterlässt Spuren auf der Leinwand.
Es werden verschiedene  Raumsituationen geschaffen, die  formal an etwas Verwischtes, nicht zu Ende  geputzte Wände, etwas Vergessenes erinnern.

Die Leinwände scheinen wie belichtete mit Filtern unterlegte perforierte Darstellungen.
Die abstrakten, offenen Landschaften rufen vielfältige Assoziationen hervor.
Durch die weißen Kanten wird die Zweidimensionalität der Werke pointiert.

Joanna Zadora-Gruse / 2014

Uwe Siemens

Auch wenn Uwe Siemens Gemälde von bescheidenen Ausmaßen sind, sind sie eine Wucht. Die abstrakten Kompositionen, die meistens nie größer als der Betrachter sind, brauchen keine monumentalen Umfänge um ihre Präsenz zu behaupten. Sie strahlen auch im Mittelformat eine unheimliche Kraft aus – daran misst man die wahre Größe von Malerei. Der expressive Duktus ist stark und schwungvoll, der Farbauftrag sehr energisch, ja explosiv, der Bildaufbau selbst zeugt von einer resoluten Tatkräftigkeit. Und trotz dieser Vehemenz, trotz diesem Eindruck von Heftigkeit und Spontanität wirken die einzelnen Bestandteile der Kompositionen architektonisch – wie konstruiert. Es gibt nämlich eine Ordnung in dieser Dynamik; keine Beliebigkeit oder Willkür. Dringt man in die Gemälde von Uwe Siemens ein, entdeckt man eine Welt von wirbelnden und verdrehten Farbflächen, die sich aber „logisch“ im Raum artikulieren und mal an ein Stillleben, mal an eine Landschaft erinnern. 

Diese Tatsache ist auf die Technik des Malers zurückzuführen: Siemens schichtet Ölfarben über Tempera und baut allmählich sein Bild von der Tiefe bis zur Oberfläche auf, also analogisch zu einem klassischen, gegenständlichen Bild. Einer Landschaft ähnelnd, öffnen sich Ebenen im Raum, in denen Volumen und Farbkörper Platz nehmen. Der Raum wird durch Farbe „gezeichnet“, durch die unterschiedlichen chromatischen Werte, die ein „Hinten“ und ein „Vorne“ bilden. Dabei werden Vorder-, Mittel- und Hintergrund immer im Fluss gehalten, so dass der Raum doch rätselhaft und nicht unmittelbar begreiflich bleibt. Der Landschaftsbezug dieser Malerei erklärt sich möglicherweise dadurch, dass Siemens früher viel in Freiluft gezeichnet und sich mit dem natürlichen Raum auseinander gesetzt hat. In seinem Atelier komponiert er seine Leinwände für einen imaginierten Wanderer, der in das Dickicht eines unbekannten Terrains hinein gelangen würde. Der Maler stellt visuelle Hindernisse auf den Parcours, öffnet Panorama-Blicke, verdeckt den Horizont oder gestaltet Wege im Bild. Und der Betrachter ist eingeladen, mitzugehen. Was er in dieser Peregrination entdeckt, sind präzise gestaltete Felsen, zufällig verlaufende Bäche, gewaltig fließende Ströme, stille und tiefe Täler. ...

Dabei bleiben Expressivität und Spontanität stets unter Kontrolle. Der Maler steuert zwischen Zufall und Bestimmtheit, zwischen Intuition und Konstruktion, Materiellen und Immateriellen, Entfaltung und Synthese. Siemens ist ein Wanderer, der von der Welt ausgeht und in eine ideelle Raumsphäre eindringt. 

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Dr. Emmanuel Mir

Landschaft, Äcker, Erdtöne

Luft, Himmel, Wolken

Licht, Körper, Raum

Vielleicht wäre die bloße Nennung solcher zentralen Begriffe zur Charakterisierung des Wesentlichen am besten als einführende Worte  geeignet, liegt doch eines ihrer Merkmale ebenfalls in der Reduktion auf das Wesentliche. Die Arbeiten von Uwe Siemens spiegeln sein Interesse an einer eigenen Sichtweise des Körpers, der Dinge und der Landschaft wider. Er schöpft aus dem unendlichen Fundus der Natur.

Eindrücke werden draußen gesammelt und gerinnen dann – bei schnell zu verarbeitenden Materialien wie Aquarell, Gouache oder Acryl auch schon mal gleich vor Ort –  zu einer Mischung aus realistischer Wiedergabe und spontaner Abstraktion. Aufwändigere Ölbilder entstehen im Atelier. Äcker und Wiesen werden dabei zu graphischen Kompositionselementen. Wie ein Wanderer die Natur,  durchstreift der Betrachter die Bilder: überrascht, Bekanntes mit neuen Augen zu sehen. Wie das Licht der Tageszeiten die Farben einer Landschaft verändert, ist das Thema einer Bilderreihe. Schnell mit breiten Pinselstrichen gemalt, fangen die Erd- und Naturtöne in skizzenhafter Frische die Stimmungen ein. Die dynamischen Spannungslinien und dramatischen Fluchtpunkte in weiteren Bildern zeigen, dass Landschaft hier weniger als Idylle aufgefasst wird, sondern als Kulturlandschaft, unter deren Oberfläche sich die ungebändigte Natur wieder empor kämpfen könnte. Überhaupt ist das „non finito“ eines der Stärken. In den verschiedenen hier gezeigten Werkzyklen kann der Betrachter eigene Empfindungen in die offen gelassenen Motive hinein interpretieren und die Bilder gewissermaßen im Kopf selber vollenden. Seien es die atmosphärisch- schwebenden Landschaften oder die farblich reduzierten Aquarelle, die scheinbar mal eben aufs Blatt geworfen sind, wirken zugleich aber diffus und präzise, fragil und sinnlich. Farbe ist nicht nur materieller Funktionsträger, sondern verwandelt sich in Licht und vitale Bewegung, die den Raum durchdringt. Wie man auch in einer gothischen Kathedrale erleben kann, wird Licht hier zum Raumbildner. Aber Pathos wäre hier unangemessen, denn bei den hier gezeigten Werken gilt: „weniger ist mehr“. Angesichts des überzeugend Skizzenhaften möchte ich Max Liebermann zitieren, der in einer Eröffnungsrede meinte: „Man hat oft gesagt, dass die Zeichnung uns in die Werkstatt des Künstlers führe, aber sie führt uns weiter bis ins Innerste seiner Persönlichkeit.“ So weit würde ich zwar nicht gehen, hier von „Seelenlandschaften“ zu sprechen, aber sowohl die Auswahl der Themen als auch deren Bearbeitung offenbart uns viel von dem Künstler. Und, übrigens eine der kniffligsten Fragen: wann es fertig ist. Am überzeugendsten sind die Werke von Siemens für mich immer dann, wenn sie nicht völlig durchgearbeitet wurden.
Wir finden keine platten Abbilder, denn hinter der scheinbar harmlosen Oberfläche verbergen sich weitere Bedeutungsebenen. Sie sehen, die Dinge sind nicht so augenscheinlich, wie man meint. Lassen sie sich entführen von diesem hintergründigen Spiel, der Faszination von Natur, Raum und Licht, die durch diese Bilder voller Spannung pulsiert.
Schließen möchte ich mit Marcel Proust, der sagte: 
„Die wahre Entdeckungsreise besteht nicht in der Suche nach neuen Landschaften, sondern in einem neuen Blick.“
  

Dr. Roland Seim

Uwe Siemens

Even though Uwe Siemens' paintings are not exactly gigantic, they are stunners.
His abstract compositions - most f them are never larger than the viewer himself - do not require monumental dimensions in order to assert their presence. Even in their medium size they emanate an incredible power – this is how you measure the grandness of painting. His expressive characteristic style is strong and sweeping, applying the paint very forcefully, even explosively, the image structure itself is a manifesto of his determined vigor. And in spite of this vehemence, in spite of the impression of fierceness and spontaneity, the individual components of the compositions appear architectural – as if construed. There is an order in this dynamism, no randomness nor arbitrariness. Once you delve into Uwe Siemens' paintings, you will discover a world of swirling and  twisting color fields which yet „logically“ articulate themselves in space reminding of a still life here or of a landscape there.

This fact is to be ascribed to the painter's technique: Siemens piles oil color over tempera and bit by bit constructs the painting from deep down up to the surface, analogous to any classic representational painting. Resembling landscapes, levels open up in space, volumes and  bodies of paint take up their positions. Space is „charted“ by color, by the various chromatic values creating a „in the back“ and an „up front“. Fore- middle- and background are always kept in a flow so that the space remains enigmatic and not actually conceivable. The reference to landscape might be explained by the fact that Siemens used to draw in the outdoors much and concerned himself with natural space. In his studio he composes his screens for an imaginary hiker who would try to wander into the thickets of an unknown terrain. The painter places visual obstacles in the course, opens panorama views, hides the horizon or designs pathways in the painting. And the viewer is invited to come along. What he discovers on his peregrination are precisely shaped rocks, haphazardly running creeks, powerfully rushing rivers, silent and steep valleys...


Even though, expressiveness and spontaneity remain always under control. The painter steers between coincidence and determination, between intuition and structure, material and immaterial, unfolding and synthesis. Siemens is a wanderer starting his journey in the world and entering an ideational space sphere. 

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Dr. Emmanuel Mir

Landscape, Fields, Earth Tones

Air, Sky, Clouds

Light, Body, Space

Maybe it would be the best introduction to this show to simply use these central terms to characterize the essential, since one of their characteristics also is reducing things to the essential. The work of Uwe Siemens reflects his interest in his very own and distinct perception of the body, objects and landscape.  He takes from the limitless fundus of nature.

Impressions are collected in the outdoors and later congeal – with materials that need fast working, such as water colors, gouache or acrylics this might happen on location, too -  into a mix of realistic rendition and spontaneous abstraction. 
More elaborate oil paintings are created in the studio. Fields and meadows turn into graphic compositional elements. Like a hiker might wander through nature, the viewer roams the paintings: surprised to see the familiar with new eyes. How the light of the different times of the day changes the landscape, is the theme of one series of paintings. Painted fast, with broad brushstrokes, earth and nature tones in sketch-like freshness catch the moods. The dynamic fault lines and dramatic vanishing points show that the landscape here is not conceived of as idyllic but rather as cultivated land, where beneath the surface the untamed nature might be ready to struggle back up.
Anyway, the "non finito" is one of the strong points. In the various work cycles shown here, the viewers are able to interpret their own emotions into the left open subjects of painting and sort of complete them in their heads. Be it the atmospheric floating landscapes or the desaturated water colors, which appear almost just flung onto the paper. Hazy and precise at the same time, fragile and sensual. Color here is not simply a material carrier but it turns into light and vital motion, permeating space. As can be experienced in Gothic cathedrals, too, light becomes the shaper of space. Yet, pathos would be inappropriate here, as for the works shown here this applies: less is more. Looking at the powerful sketchiness, I would like to quote Max Liebermann, who in his opening speech said, “It has often been said that drawing leads us into the artist's study but it leads us on right into the innermost core of the artist's personality.” 


I wouldn't go as far as speak of “soulscapes” here but as well the choice of themes as well as their renderings reveal much of the artist to us. And, by the way, one of the trickiest questions: when is it finished? The most convincing pieces of Siemens to me are always the ones that are not completely formulated. We will not see flat portrayals since beneath the seemingly harmless surfaces more levels of meaning seem to be hiding. You see, things are not as obvious as you think. Let yourselves be taken away by this subtle game, by the fascination of nature, space and light which pulses through these paintings fraught with tension.

I'll finish with Marcel Proust who said, „The real voyage of discovery consists not in seeking new landscapes but in having new eyes.“ 

 

Dr. Roland Seim